8. Spiekerooger Klimagespräche: Transformative Ökonomik - Anforderungen an zukunftsfähige Wirtschaftswissenschaften

Die 8. Spiekerooger Klimagespräche vom 17. bis 19. November 2016 beschäftigten sich mit den Fragen:

1. Transformative Wirtschaftswissenschaft als kritische Wissenschaft: Welche Pfadabhängigkeiten und hegemonialen Praktiken müssen vorrangig bearbeitet werden (und wie?). Worin bestehen dabei unsere normativen Maßstäbe?

2. Transformative Wirtschaftswissenschaft als Möglichkeitswissenschaft: Welche Zukunftsthemen sollten in nächster Zeit im Vordergrund unserer Forschung stehen (und wie?) - z. B. Soziale Gerechtigkeit, Solidarische Ökonomie, nachhaltige Finanzpolitik, Renaturierungsstrategien

3. Welche bestehenden wirtschaftswissenschaftlichen Schulen, Strömungen, Methoden und Modelle sind für unsere transformativen Bemühungen eher brauchbar, welche weniger? Wie lassen sich diese verknüpfen?

4. Welche Möglichkeiten und Perspektiven der Institutionalisierung transformativer Wirtschaftswissenschaft lassen sich entwickeln?

5. Wie kann das Netzwerk zur Transformativen Wirtschaftswissenschaft infrastrukturell organisiert und erweitert werden (u. a. weitere Unterzeichner/innen des Manifests)? Mit welchen Formen der Organisation bzw. Koordination, Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit soll das Netzwerk weiterentwickelt werden? Wie könnte ein Kongress zur Transformativen Wirtschaftswissenschaft vorbereitet und durchgeführt werden?

6. Wie können wir erreichen, dass unsere Überlegungen zu einer transformativen Wirtschaftswissenschaft eine höhere öffentliche Resonanz erzeugen, die auch über die wissenschaftliche Community hinausgeht? Wie schaffen wir es, dass die Ergebnisse aus den Spiekerooger Gesprächen und auch aus den weiteren Netzwerkdiskussionen für gesellschaftliche Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse relevant werden? Wie können wir die inzwischen existierende Medienvielfalt stärker nutzen?

(Erste) Bergische Klimagespräche 2017: Unsere Städte - wie können sie zu Stätten von Lebensqualität und Gerechtigkeit werden?

Ab dem Herbst 2017 werden die vormaligen Spiekerooger Klimagespräche als Bergische Klimagespräche fortgesetzt, organisatorisch in der Verantwortung des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie und weiter unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Reinhard Pfriem, gemeinsam mit Prof. Dr. Uwe Schneidewind, dem Präsidenten des Wuppertal-Instituts, der seinerzeit auch die Spiekerooger Klimagespräche mit auf den Weg gebracht hatte.
Mit der Verlagerung in das Bergische Land werden die Klimagespräche künftig in einer Region der Frühindustrialisierung stattfinden, symbolträchtig für das, was seit einer Reihe von Jahren als Anthropozän benannt und als wesentliche Quelle des Klimawandels markiert wird.
Die ersten Bergischen Klimagespräche werden am 28. bis 30. September 2017 - wie üblich mit etwa 30 Teilnehmer/innen - im Klostersaal in Solingen-Gräfrath stattfinden - zur Zukunft unserer Städte. Am Donnerstagabend ab 20 Uhr wird es eine öffentliche Vorführung des Films "Wem gehört die Stadt?" unter Anwesenheit der Kölner Filmemacherin Anna Ditges geben.
Im Vergleich zu den Spiekerooger Klimagesprächen wird es - im prinzipiell gleichen Format - eine stärkere Fokussierung auf regionale Entwicklungen geben. Wuppertal-Arrenberg, Köln-Ehrenfeld, der Essener Norden, das Zentrum von Oberhausen und Bielefeld-Sennestadt liefern in diesem Jahr besondere Orientierungspunkte. Für die inhaltliche Vorbereitung hat sich eine Gruppe gebildet, zu der außer den Genannten Rainer Lucas, Prof. Dr. Lutz Becker, Davide Brocchi, Jörg Heynkes und Christian Lehmann gehören.

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