5. Spiekerooger Klimagespräche: Was können gemeinschaftsorientierte Formen des Wirtschaftens zu nachhaltiger Entwicklung beitragen?

Unter dieser Frage stehen die 5. Spiekerooger Klimagespräche am 7. Bis 9. November 2013. Die gegenwärtigen Verhältnisse sind nicht nur durch weitere Verschärfung ökologischer Probleme (Klimawandel als zugespitzter Ausdruck) und anhaltende finanzielle und wirtschaftliche Krisen sowie soziale Verwerfungen gekennzeichnet. Von verschiedenen Seiten aktiv betrieben, wird Ego immer mehr zum Spiel des Lebens (so Titel und Untertitel des neuen Buchs von Frank Schirrmacher). Im Wissenschaftssystem wird etwa unter Formeln von Exzellenz Konkurrenz zusätzlich forciert und damit alles diskriminiert, was nicht gerade vermeintliche Spitze ist. Solche Entwicklungen untergraben freilich, was unsere Gesellschaft zusammenhält (so der Untertitel der deutschen Übersetzung von Richard Sennetts letztem Buch „Together“). Die kulturelle Praxis „The winner takes it all“ (Robert Frank) ruiniert die Grundlagen gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Vor diesem Hintergrund gilt es, (noch einmal mit Sennett) nach den Bedingungen und Möglichkeiten von Engagement und Partizipation für neue Gemeinschaftsstiftungen gerade im Wirtschaftsleben zu fragen. Die Kehre zu nachhaltiger Entwicklung, so eine unserer Ausgangsthesen, wird nur gelingen können, wenn den modernen Tendenzen zu immer stärkerer Individualisierung und individualisierter Konkurrenz Einhalt geboten wird und sich stattdessen gemeinschaftsorientierte Formen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens mehr als bisher verbreiten. Ansätze dafür sind da und werden durch die diesjährige Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer repräsentiert.

Systematisch stellen sich Fragen nach den Bedingungen und der Messbarkeit des Geschäftserfolgs solcher Unternehmen, Vereinbarkeiten und Nichtvereinbarkeiten von Hierarchie und Kooperation, dem Umstand, dass es auch in diesen Organisationsformen „menschelt“ und nicht einfach Gutmenschen an die Stelle anderer treten. Insofern gehört auch die historische Dimension dazu, das Wissen darum, wie viele gemeinschaftsorientierte Konzeptionen sich in den letzten zwei Jahrhunderten wieder selber zerlegt haben. Und von Adam Smith’ unsichtbarer Hand bis zur christlichen Vorsehung sollten die Glaubensvorstellungen nicht außer acht gelassen werden: auf welche kulturellen Bildungsprozesse setzen wir, wenn wir trotz allem noch auf die Kehre zu nachhaltiger Entwicklung hoffen?

Transferprojekt der Spiekerooger Klimagespräche: Unternehmerische Bewältigung des Klimawandels

Am 23. Mai 2012 haben im Osnabrücker Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) Max Schön (Vorstand der Initiative 2° Deutsche Unternehmer für Klima- schutz)
zum Thema „Unternehmerisches Engagement im Klimaschutz“ und André Karczmarzyk (Gesellschafter der ecco Unternehmensberatung GmbH) über die „Entwicklung von unternehmensbezogenen Klimaanpassungs- strategien - Die eukas-Methode“ vorgetragen – im Rahmen der Auftaktveranstaltung des zweiten Jahres eines dreijährigen Projektes zum Transfer der Ergebnisse der Spiekerooger Klimagespräche an die mittelständische Wirtschaft stattgefunden. Gemeinsam mit dem Oldenburger Lehrstuhl für Unternehmensführung (Prof. Dr. Reinhard Pfriem) wird dieses Projekt im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) von der ecco ecology and communication Unternehmensberatung in Oldenburg durchgeführt.
Wie schon im letzten Jahr haben zwischen der Osnabrücker Auftaktveranstaltung und den aktuellen Spiekerooger Klimagesprächen dezentrale Satellitenveranstaltungen stattgefunden, diesmal in Ulm, Köln, Wuppertal, Bad Zwischenahn und Leer.

Publikation 2012

Über dreißig Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Publizistik und anderen Bereichen diskutierten anlässlich der 4. Spiekerooger Klimagespräche vom 22. bis 24. November 2012 über die Frage: Genügend Kraft für die Große Transformation?

Mit Beiträgen von I. Antoni-Komar, F. Becker, M. Birke, D. Brocci, K. Burmeister, R. Danielzyk, G. Franck, B. Hankemeier, L. Heidbrink, H.-J. Heinecke, M. Heßler, K. Kristof, M. Lehmann-Waffenschmidt, I. Mose, C. Müller, N. Paech, R. Pfriem, G. Prätorius, F. Rauschmayer, A. Rösing, W. Sachs, U. Schrader, J. Schritt, R. Schulz, A. Vetter, U. Walter, G. Wessling, K. Zachmann

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