8. Spiekerooger Klimagespräche: Transformative Ökonomik - Anforderungen an zukunftsfähige Wirtschaftswissenschaften

Die 8. Spiekerooger Klimagespräche werden vom 17. bis 19. November 2016 wieder auf der grünen Nordseeinsel stattfinden. In Anlehnung an das seinerzeitige Verdikt von Georg Picht über die Naturwissenschaften lässt sich sagen: Eine Wirtschaftswissenschaft, die mit ihrer performativen Rolle die Grundlagen der menschlichen Zukunft zerstört, kann nicht wahr sein.

Von Beginn an haben die modernen Wirtschaftswissenschaften gesellschaftliche Prozesse nicht nur beobachtet und beschrieben, sondern diese auch selbst katalysiert und beeinflusst. Damit haben sie einer Entwicklung den Weg gebahnt, die neben unbestrittenen Erfolgen zu ökologischen Zerstörungen, sozialen Verwerfungen und zunehmenden ökonomischen Krisen geführt hat. Mehr denn je braucht es eine transformative Wirtschaftswissenschaft, die insbesondere auch die Bedingungen und Möglichkeiten einer nachhaltigen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft analysiert und verbessern hilft.

Deswegen haben sich inzwischen einige der für die 8. Spiekerooger Klimagespräche Eingeladenen zusammengefunden, um in Form eines schriftlichen Manifests für einen neuen Vertrag zwischen Wirtschaftswissenschaft und Gesellschaft einzutreten, für eine transformative Wirtschaftswissenschaft im Kontext nachhaltiger Entwicklung. Dieses Manifest wird in einer ersten Version in diesem Frühjahr in der IÖW-Zeitschrift „Ökologisches Wirtschaften“ veröffentlicht.

Die Vielfalt der Krisenerscheinungen hat insbesondere seit Ausbruch der globalen Finanz- und zunehmend auch Wirtschaftskrise zu einer neuen Vielfalt alternativer gesellschaftspolitischer und ökonomischer Konzeptionen und Strömungen geführt. Teilweise ausgehend bzw. unter Berücksichtigung von bereits bestehenden Theorieansätzen wie der Ökologischen Ökonomik und der Evolutorischen Ökonomik haben sich vielfältige Ansätze von Nachhaltigkeitsökonomik, Vorsorgendem Wirtschaften, Commons-Ökonomie, der Renaissance von Genossenschaften, von Gemeinwohlökonomie, Postwachstumsökonomie, Ökonomie des Genug usw. entwickelt, die in ihrer Vielfalt doch einen gemeinsamen Wärmestrom für eine bessere Zukunft von Mensch und Natur darstellen. Die 8. Spiekerooger Klimagespräche verstehen sich als Beitrag dazu, dass diese verschiedenen kritischen, nachhaltigkeitsorientierten, transformativen wirtschaftswissenschaftlichen Strömungen sich stärker aufeinander beziehen, mehr aufeinander zugehen und dadurch besser dazu beitragen, das gemeinsame Projekt einer transformativen Wirtschaftswissenschaft im Kontext nachhaltiger Entwicklung voranzubringen.

Transferprojekt der Spiekerooger Klimagespräche: Unternehmerische Bewältigung des Klimawandels

Über drei Jahre hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ein Projekt des Oldenburger Lehrstuhls für Unternehmensführung (Prof. Dr. Reinhard Pfriem) und der ecco Unternehmensberatung GmbH gefördert, um Ergebnisse der Spiekerooger Klimagespräche an kleine und mittelständische Unternehmen zu vermitteln und gleichzeitig Impulse von dort für die Gespräche aufnehmen zu können.
Dazu fanden jährlich je fünf dezentrale Satellitenveranstaltungen in unterschiedlichen Städten und Regionen sowie eine zentrale Veranstaltung im Osnabrücker Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) statt. Auf der letzten davon wurden die „Osnabrücker Thesen zu zukunftsfähigen Perspektiven von Unternehmen“ verabschiedet.

Publikation 2015

Über zwanzig namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Publizistik und anderen Bereichen diskutierten anlässlich der 7. Spiekerooger Klimagespräche vom 19. bis 21. November 2015 über den gesellschaftlichen Umgang mit dem Klimawandel zur These: Natur und Evolution als ZuMutungen an eine zukunftsfähige Gestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft.

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