Dr. Sebastian Thieme

forscht im Forschungsjahr 2015/ 2016 als erster Schasching-Fellow der Katholischen Sozialakademie Österreichs über die Selbsterhaltung (Subsistenz) als ethisches (Mindest-) Kriterium zur Beurteilung ökonomischer Ansätze und Praktiken. Von 2013-2015 war Sebastian Thieme in verschiedenen Projekten zur Pluralität in der Ökonomik involviert; insbesondere im Kooperationsprojekt „Ökonomen und Ökonomie“ hat er im Projektteam von Arne Heise (ZÖSS/ Universität Hamburg) zur Entwicklung der heterodoxen Ökonomik in Deutschland ab 1970 geforscht.
Geboren in Zwenkau bei Leipzig, absolvierte er eine Ausbildung zum Bürokaufmann und studierte danach in Halle/ Saale und Leipzig Volkswirtschaftslehre auf Diplom, das er 2007 mit einer Arbeit über den Schmuggel als ökonomisches Phänomen abschloss. Es folgte die Promotion zum Thema „Subsistenzrecht: Begriff, ökonomische Traditionen und Konsequenzen“, die er 2012 erfolgreich beendete.
Die Forschungsschwerpunkte von Sebastian Thieme liegen einerseits im Bereich Wirtschaftsethik, wo seine Themen die Selbsterhaltung und Subsistenz(ethik), den Vergleich verschiedener Ethik-Konzepte (Ordnungsethik, Katholische Sozialethik, Integrative Wirtschaftsethik, Islamische Wirtschaftsethik usw), die Soziale Marktwirtschaft und den Sozialstaat umfassen. Andererseits liegt ein weiterer Forschungsschwerpunkt in der modernen ökonomischen Ideengeschichte bzw. „Sociology of Economics“, wo er sich mit der Pluralität sowie Heterodoxie, Orthodoxie und Mainstream in der Ökonomik beschäftigt. Darüber hinaus forscht Sebastian Thieme zur „ökonomischen Misanthropie“ und hat dazu bereits verschiedene Beiträge publiziert (u. a. „Der Ökonom als Menschenfeind?“, 2013, Budrich). Weitere Forschungsinteressen liegen in der interdisziplinären Ideengeschichte, in Ansätzen kulturökonomischer Ökonomik (z. B. dem Wirtschaftsstil nach Spiethoff) und deren Anwendung sowie dem Paderborner Erwägungskonzept als Forschungsmethode.

Kontakt: Sebastian.Thieme@ksoe.at